Edith Schreiber-Wicke

Auf der Au 102
8993 Grundlsee
t: +43(0)3622 / 8682
esw@aon.at
 

Lebenslauf

1943 in Schärding geboren
Einige Semester Studium der Theaterwissenschaften
und der Kunstgeschichte in Wien
Freie Schriftstellerin, Kinder- und Jugendbuchautorin,
Lyrikerin, Drehbuchautorin
Zahlreiche Preise, u.a.
Janusz-Korcak-Medaille von der polnischen IBBY-Sektion

Honorare

€ 200,- pro Leseeinheit
€ 330,- für öffentliche Lesungen
Fahrt- und Übernachtungsspesen

Interview

Was bedeutet für Sie LESEN?

Lesen bedeutet für mich leben.

Was bedeutet für Sie SCHREIBEN?

Schreiben bedeutet für mich... so was Ähnliches wie atmen. Dürfte ein Geburtsfehler sein.

Warum schreiben Sie gerade für Kinder und Jugendliche?

Ich schreibe nicht für Kinder und Jugendliche, ich schreibe Geschichten, die mir wichtig sind. Aber offenbar sind mir vor allem Dinge wichtig, die Kinder und Jugendliche betreffen.

Wie wichtig ist Ihnen beim Schreiben der/die Adressat/in (der/die unbekannte Leser/in)?

Ich schreibe nie mit der Absicht genau das abzuliefern, was eine bestimmte Zielgruppe angeblich gerne lesen möchte.

Gibt es Themen, die Sie nicht loslassen, die Sie schon öfters in Ihren Texten angegangen sind?

Das Thema "Anderssein" taucht immer wieder in meinen Geschichten auf.

Meinen Sie, dass Geschichten die Wirklichkeit beeinflussen und ändern können?

Ich glaube daran, dass Gedanken und Worte die sogenannte Wirklichkeit beeinflussen und ändern können. Geschichten sind in Worte gefasste Gedanken.

Wie fühlen Sie sich, während Sie an einem neuen Buch arbeiten?

Während ich an einem neuen Buch arbeite, fühle ich mich jedes Mal wieder, als wäre es mein erster Versuch etwas zu schreiben. Daran ändern auch Verkaufserfolge und Literaturpreise nichts. Die sind Geschichte. Der neue Text ist unbekannte Zukunft.

Welchen Stellenwert hat Humor für Sie?

Ich finde: Je ernster das Thema, desto wichtiger ist Humor. In "Regenbogenkind" geht es um ein Leben mit Behinderung, schmerzhafte Scheidung und mütterliche Depression. Es ist trotzdem eine sehr humorvolle Geschichte.

Wären Sie nicht Autorin, welcher Beruf wäre für Sie vorstellbar?

Ärztin wäre ein Alternativberuf. Manchmal habe ich das Bedürfnis, mich beim Verändern der Wirklichkeit nicht nur auf die Kraft der Gedanken und Wort zu verlassen. Naja - im nächsten Leben dann.

Leseprobe

"Wieder dieser Blick.
´Es ist doch nicht etwa, weil es ein Mädchen ist?´, forschte Jakob weiter.
Jetzt wenigstens lachten die Beiden ein bisschen.
´Nein, das ist es nicht.´
´Was dann?´, fragte Jakob.
´Naomi ist ein Down-Syndrom-Kind´, sagte Jakobs Vater langsam.
´Was für ein Kind?´, fragte Jakob. ´Ich denke, sie ist unser Kind?´
Darüber lachten sie wieder. Na immerhin, sie haben´s nicht verlernt, das Lachen, dachte Jakob.
´Down-Syndrom´, wiederholte Jakobs Vater. ´Das bedeutet, Naomi ist anders als andere Kinder.´
´Ja und?´, fragte Jakob. ´Macht das was?´
´Sie wird manches weniger gut können´, sagte Jakobs Mutter.
´Meinst du Basketball?´, fragte Jakob. ´Das macht gar nichts. Ist mir sowieso nicht so wichtig wie früher.´
´Nein, es geht nicht um Basketball´, sagte Jakobs Vater.
´Naomi wird später als andere Kinder laufen und sprechen lernen.´
´Dann eben später´, sagte Jakob. ´Ist ja nicht eilig, oder?´
´Sie wird auch anders aussehen´, sagte Jakobs Mutter.
´Was meinst du mit anders?´, fragte Jakob."

(aus: Regenbogenkind, Thienemanns Verlag,
Stuttgart-Wien-Bern, 2000, S. 41 - 43)

Werkliste

Die Reise nach Großfrittannien

Bilderbuch