Interview
Was bedeutet für Sie LESEN?
Lesen bedeutet für mich leben.
Was bedeutet für Sie SCHREIBEN?
Schreiben bedeutet für mich... so was Ähnliches wie atmen. Dürfte ein Geburtsfehler
sein.
Warum schreiben Sie gerade für Kinder und Jugendliche?
Ich schreibe nicht für Kinder und Jugendliche, ich schreibe Geschichten, die mir
wichtig sind. Aber offenbar sind mir vor allem Dinge wichtig, die Kinder und
Jugendliche betreffen.
Wie wichtig ist Ihnen beim Schreiben der/die Adressat/in (der/die unbekannte
Leser/in)?
Ich schreibe nie mit der Absicht genau das abzuliefern, was eine bestimmte
Zielgruppe angeblich gerne lesen möchte.
Gibt es Themen, die Sie nicht loslassen, die Sie schon öfters in Ihren Texten
angegangen sind?
Das Thema "Anderssein" taucht immer wieder in meinen Geschichten auf.
Meinen Sie, dass Geschichten die Wirklichkeit beeinflussen und ändern können?
Ich glaube daran, dass Gedanken und Worte die sogenannte Wirklichkeit beeinflussen
und ändern können. Geschichten sind in Worte gefasste Gedanken.
Wie fühlen Sie sich, während Sie an einem neuen Buch arbeiten?
Während ich an einem neuen Buch arbeite, fühle ich mich jedes Mal wieder, als wäre
es mein erster Versuch etwas zu schreiben. Daran ändern auch Verkaufserfolge und
Literaturpreise nichts. Die sind Geschichte. Der neue Text ist unbekannte Zukunft.
Welchen Stellenwert hat Humor für Sie?
Ich finde: Je ernster das Thema, desto wichtiger ist Humor. In "Regenbogenkind"
geht es um ein Leben mit Behinderung, schmerzhafte Scheidung und mütterliche
Depression. Es ist trotzdem eine sehr humorvolle Geschichte.
Wären Sie nicht Autorin, welcher Beruf wäre für Sie vorstellbar?
Ärztin wäre ein Alternativberuf. Manchmal habe ich das Bedürfnis, mich beim
Verändern der Wirklichkeit nicht nur auf die Kraft der Gedanken und Wort zu
verlassen. Naja - im nächsten Leben dann.