Interview
Was bedeutet für Sie LESEN?
LESEN gehört zu meinem Leben, seit ich die Technik des Lesens erlernt habe. Als ich
ein Kind war, waren Bücher meine besten Freunde. Wie gut, dass es Büchereien gab.
Was bedeutet für Sie SCHREIBEN?
Schreiben ist für mich voller Gegensätze: leicht, lustbetont, mühsam bis qualvoll,
aufregendes Neuland, vertrautes Terrain, Therapie und Suchtmittel, ganz normaler
Alltag und ein Fest.
Warum schreiben Sie gerade für Kinder und Jugendliche?
Ich schreibe für Kinder, weil ich ihnen etwas vermitteln möchte und weil ich in
meinem Inneren ein staunendes, fragendes Kind geblieben bin.
Wie wichtig ist Ihnen beim Schreiben der/die Adressat/in (der/die unbekannte
Leser/in)?
Das kommt auf den Text an. Wenn es mir beispielsweise darum geht, den Lesern und
Leserinnen Interesse für die Natur zu vermitteln, bemühe ich mich sie gezielt
anzusprechen. Vieles schreibe ich, weil ich es schreiben will, ohne an meine jungen
Leser zu denken.
Gibt es Themen, die Sie nicht loslassen, die Sie schon öfters in Ihren Texten
angegangen sind?
Themen, die mich nicht loslassen, sind Fremdsein, Anderssein, Liebe und
Freundschaft und ganz besonders der Bezug zur Natur, vor allem zu den Tieren.
Meinen Sie, dass Geschichten die Wirklichkeit beeinflussen und ändern können?
Geschichten können die Wirklichkeit weder beeinflussen, noch ändern, aber ich weiß
aus Erfahrung, dass sie in LeserInnen, die sensibel dafür sind, Empfindungen
auslösen, die nachhaltig sein können.
Wie fühlen Sie sich, während Sie an einem neuen Buch arbeiten?
Während ich an einem neuen Buch arbeite, bin ich in ständiger Anspannung, so, als
stünde ich unter Strom. Wenn ich dieses gewisse Kribbeln in mir nicht fühle, bringe
ich auch nichts zustande.
Welchen Stellenwert hat Humor für Sie?
Humor ist für mich überlebenswichtig. Lachen wirkt befreiend.
Wären Sie nicht Autorin, welcher Beruf wäre für Sie vorstellbar?
Biologin, Verhaltensforscherin oder ein anderer Beruf, in dem ich mit Tieren
beschäftigt wäre. Kindergärtnerin war einmal mein Traumberuf. Heute wäre mir diese
Arbeit zu kräfteraubend.