Robert Klement
Lebenslauf
Geboren am 10. 01. 1949 in St. Pölten
Ausbildung zum Hauptschullehrer
Referent für Leseerziehung
Freischaffender Autor in St. Pölten
Schreibt realistische, spannungsgeladene und
reportagehafte Erzählungen
Setzt sich mit aktuellen gesellschaftlichen Problemen auseinander
Versucht, ein authentisches Bild der Wirklichkeit zu gestalten
Erfolg
"70 Meilen zum Paradies" wurde in die Empfehlungslisten des deutschen
"Gustav-Heinemann-Friedenspreises" und des "Friedrich-Gerstäcker-Preises für
Jugendliteratur 2007" aufgenommen.
Der Roman gelangte in die Endrunde der besten drei Titel der Internationalen
Buchmesse LITERA (Entscheidung im April 2008).
Zahlreiche Übersetzungen sind in Vorbereitung.
Österreichischer Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur 2007
Honorare
€ 165,- pro Leseeinheit
Fahrt- und Übernachtungsspesen
Interview
Was bedeutet für Sie LESEN?
Lesen bedeutet für mich meine Neugierde zu befriedigen. Ich lese sehr viele Zeitungen, Magazine... , natürlich auch Bücher.
Was bedeutet für Sie SCHREIBEN?
Schreiben ist für mich in andere Welten einzutauchen.
Warum schreiben Sie gerade für Kinder und Jugendliche?
Weil ich als Lehrer zu ihnen immer einen "guten Draht" hatte.
Wie wichtig ist Ihnen beim Schreiben der/die Adressat/in (der/die unbekannte Leser/in)?
Sehr wichtig! Ich habe sogar Testleser, die die Manuskripte prüfen, bevor sie zum Verlag gehen.
Gibt es Themen, die Sie nicht loslassen, die Sie schon öfters in Ihren Texten angegangen sind?
Soziales Unrecht, Ausgrenzung von Menschen, Engagement für Schwächere
Meinen Sie, dass Geschichten die Wirklichkeit beeinflussen und ändern können?
Bücher können die Welt nicht verändern, aber einzelnen Personen Denkanstöße geben.
Wie fühlen Sie sich, während Sie an einem neuen Buch arbeiten?
Wenn ich ein interessantes Thema habe, spornt mich das beim Schreiben sehr an.
Welchen Stellenwert hat Humor für Sie?
Humor ist enorm wichtig. Er darf in keinem Buch fehlen.
Wären Sie nicht Autor, welcher Beruf wäre für Sie vorstellbar?
Lehrer, das bin ich seit dreißig Jahren!
Leseprobe
"Am sechsten Tag unserer Expedition hielten wir Ausschau nach Wildschafen und
sammelten Vegetationsproben. Wieder regte sich Widerstand wegen der langweiligen
Aufgaben. Während wir Moose und Flechten sammelten, hatten Arbogast und Gurung
weitere Schneeleoparden geortet, denen sie klingende Namen wie Rebecca, Kleopatra,
Sokrates und Mozart gegeben hatten. Insgesamt konnten bereits 42 Tiere erfasst
werden.
Die Fotofallen gaben Hinweise auf weitere 39 Tiere. Auf den Bildern befanden sich
auch Steinböcke und Wildschafe, einmal waren sogar zwei erschrockene Einheimische
aus Versehen aufs Foto geraten. Zwei Kamerasysteme waren von Dieben entwendet
worden.
Der Professor schätzte die Gesamtzahl der Leoparden in der Region Nepal-Tibet auf
knapp 400 Tiere. Von den meisten kannte er die Verwandtschaftsverhältnisse. Durch
die Funkortung konnte das Schicksal jedes einzelnen Leoparden genau verfolgt
werden. Insgesamt sieben Tiere waren bisher nicht geortet worden. Da
Schneeleoparden ihren angestammten Wohnbezirken treu bleiben, mussten wir davon
ausgehen, dass die Tiere von Wilderern getötet worden waren. Der Lebensraum des
Schneeleoparden erstreckt sich über das gesamte Himalyamassiv und umfasst zwölf
Länder, in denen noch etwa 3000 bis 5000 Exemplare in freier Wildbahn leben.
Nach unserer mühsamen Sammelarbeit freuten wir uns auf das Abendessen und Richards
Geburtstag. Unser Koch Ram hatte eine Torte gebacken. Nach dem Dinner ließen wir
das Geburtstagskind im Küchenzelt hochleben. Richard jammerte ein bisschen herum,
weil er dreißig wurde. Eigentlich habe er nie vorgehabt, so alt zu werden,
grummelte er. Dann kam der unvermeidliche "Happy-Birthday" - Singsang. Nadine hielt
eine kurze Rede und wünschte , er möge noch viele Labors zerstören und Taudsende
von Affen, Katzen und Kaninchen befreien."
(aus: Die Spur des Schneeleoparden, Pathmos Verlag GmbH und Co. KG, Sauerländer
Verlag, Düsseldorf, 2003, S. 39-40)

