Rudolf Gigler

Stubenberg 191
8223 Stubenberg am See
t: +43(0)3176 / 8700
f: +43(0)3176 / 8704
rgigler@gmx.at
 

Lebenslauf

Geboren am 13. Mai 1950, lebt als freier Schriftsteller in Stubenberg am See.
Verheiratet, Vater dreier Kinder. Im Jahre 1985 begann er die seinen Söhnen erzählten Geschichten aufzuschreiben.

Seine Lesungen führten ihn in den letzten Jahren durch ganz Österreich, sowie in die Schweiz, nach Südtirol, Deutschland, Belgien und auch nach Istanbul.
Aktuell:
Rudolf Gigler wird am 18. und 19. Mai 2010 in Moskau lesen.

Bei den Lesungen werden die Kinder sehr stark in das Geschehen einbezogen.
Seine Texte bewegen sich nahe an der kindlichen Erlebniswelt. Die Lesungen in Schulen, Bibliotheken, Büchereien und Buchhandlungen haben viel Schwung und sind eine Mischung aus Vorlesen, Mitspieltheater und Tipps zum besseren Geschichtenschreiben, Entstehung eines Buches usw. Dabei kommt aber das Grundsätzliche, nämlich die Lust auf das Lesen zu wecken nicht zu kurz.

Im Jahr 1997 erhielt Rudolf Gigler für sein Buch "Der vergnügte Beistrich" die Steirische Leseeule. Ein Preis, bei dem Kinder ihr Lieblingsbuch und ihren Lieblingsautor wählen.
Bisher hat der Autor über 30 Kinder- und Jugendbücher geschrieben, davon dreizehn gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern.

Rudolf Gigler ist Mitglied der ARGE KinderbuchautorInnen, der IG AutorInnen und der Litera Mechana für AutorInnen und des Deutschen Boedecker Kreises.

Honorare

€ 150,- pro Einheit (max. zwei Klassen pro Lesung)
€ 326,- für eine Lesenacht (Programm für Eltern und Kinder)
Fahrt- und Übernachtungsspesen

Interview

Was bedeutet für Sie LESEN?

Lesen bedeutet: In eine andere Haut, ein anderes Leben, in eine andere Welt zu tauchen und bei Bedarf, Lust oder Laune diese wieder zu verlassen. Lesen ist für mich aber auch das aufregendste Kino im Kopf.

Was bedeutet für Sie SCHREIBEN?

Schreiben bedeutet für mich: Meinen Gedanken, Fantasien, Gefühlen, Wünschen und Träumen einen Platz zuzuordnen. Und vielleicht findet sich unter meinen Lesern jemand, der mitdenkt, mitfantasiert, mitfühlt und mitwünscht...

Warum schreiben Sie gerade für Kinder und Jugendliche?

Weil ich tief im Herzen ein großes Kind bin. Und man sagt doch: Gleich und gleich gesinnt sich gern.

Wie wichtig ist Ihnen beim Schreiben der/die Adressat/in (der/die unbekannte Leser/in)?

Da ich meine Leser nicht persönlich kenne, versuche ich mit meinen Texten aus unbekannten Lesern mir bekannte Leser zu machen.

Gibt es Themen, die Sie nicht loslassen, die Sie schon öfters in Ihren Texten angegangen sind?

Ich verspüre tiefes Mitgefühl für Menschen, die im Leben zu kurz kommen. Sei es aus körperlichen oder anderen Gründen. In vielen meiner Bücher, die eher vergnüglich sind, baue ich den einen oder anderen Text ein, der sich mit diesem Thema befasst.

Meinen Sie, dass Geschichten die Wirklichkeit beeinflussen und ändern können?

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, ein Buch verändert wohl nicht die Welt. Allerdings bringen viele Schwalben schlussendlich den Sommer, somit könnten doch viele Bücher auch ein wenig die Welt verändern.

Wie fühlen Sie sich, während Sie an einem neuen Buch arbeiten?

Zu Beginn fühle ich mich wie eine Katze, die um den heißen Brei schleicht. Ich schleiche um den PC, fange an, höre auf, beginne wieder, suche, finde, glaube gefunden zu habe, verwerfe, lösche und dann plötzlich: geht die Tipperei von selbst. In meinem Kopf sehe ich die Figuren, sie zeigen mir wie es weitergeht und ich schreibe nur noch nieder, was mir die Fantasie vorschlägt.

Welchen Stellenwert hat Humor für Sie?

Manche Menschen halten den Ruf der Nachtigall für das Schönste. Ich behaupte, Kinderlachen ist tausendmal schöner. Und wenn es mir mit den Texten gelingt, dieses Lachen hervorzurufen, "pfeife" ich auf die Nachtigall.

Wären Sie nicht Autor, welcher Beruf wäre für Sie vorstellbar?

Als Schauspieler auf der Bühne zu stehen, das würde mich schon sehr reizen.

Leseprobe

"An Tagen, an denen ich, Conny Knall, der Meinung bin, dass ich besonders doof und bescheuert aussehe, hat mein Herr Hund nichts zu lachen. Da muss er sich viele Klagen anhören. 'Sieh mich nur an', jammere ich in einem fort, 'eine große Nase, kein Busen, dafür einen Riesenhintern. Am Kinn sprießen Pickel in Megagröße und die Ohren erinnern mich an aufgestellte Segel im Wind.'
'Hör auf, mit deiner Jammerei', brummt Herr Hund an solchen Tagen zurück. 'Morgen stehst du wieder vor dem Spiegel und wunderst dich, dass du nicht in allen Jugendzeitschriften als der neue Teenie-Star gefeiert wirst. In dieser Hinsicht kenne ich dich schon allzu gut.'
Mit dieser Feststellung hat mein Herr Hund ja nicht ganz unrecht. An manchen Tagen fühle ich mich pudelwohl, dann wieder sauschlecht. Doch gegen diese Zustände gibt es ein tolles Gegenmittel. Ich besuche Mama in ihrem Friseurladen und lasse mir von ihr eine flippige Frisur verpassen. Das hilft immer. Zumindest solange, bis mein Bruder daherschlurft und eine seiner unnötigen Bemerkungen loslässt.
'Als grüne Mamba sieht Conny Knall ja brandgefährlich aus', lästerte er vor kurzem, als mir Mama einige grüne Strähnen in die Haare färbte.
'Conny Knall wird dir gleich eine knallen', war damals meine Antwort, die tatsächlich wirkte. Stefan verzog sich daraufhin kleinlaut in sein Zimmer. Ich bin nämlich ziemlich kräftig und meine rechte Hand hat Stefan schon einige Male zu spüren bekommen. Natürlich nicht zu fest, er ist ja schließlich mein Bruder. Leider, denke ich manchmal, denn wenn er solche Meldungen labbert, könnte ich ihn zum Mond oder weit darüber hinausschießen. Aber ohne Rückfahrtschein! Wenn es um mein Aussehen geht, kann ich sehr boshaft und wütend werden, tierisch wütend! Da kann es schon passieren, dass ich die Tür zu meinem Zimmer so fest zuknalle, dass Papas Pokale in der Vitrine zu wackeln beginnen. Das erlaube ich mir aber nur, wenn mein Ernährer und Erzeuger nicht im Hause weilt. Auf seine Pokale ist Papa nämlich mächtig stolz. Mama hat weniger Freude damit, sie bezeichnet sie als Staubfänger erster Klasse.
Wenn mich also mein Bruder richtig wütend macht, ist es meistens mein Herr Hund, der mich beruhigt und mir gut zuredet: 'Conny Knall, hör nicht auf diesen pubertären Frühzünder, bleib cool!'
Warum ich meinen Hund verstehe? Ganz einfach, ich beherrsche die Hundesprache. Mit einem Wort: ich kann Hundianisch. Eine sehr einfache Sprache, wenn man sie beherrscht.

(aus: Conny Knall löst jeden Fall, Leykam Verlag, Graz, 2006, S. 7 - 9)

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