Interview
Was bedeutet für Sie LESEN?
Lesen bedeutet: In eine andere Haut, ein anderes Leben, in eine andere Welt zu
tauchen und bei Bedarf, Lust oder Laune diese wieder zu verlassen. Lesen ist für
mich aber auch das aufregendste Kino im Kopf.
Was bedeutet für Sie SCHREIBEN?
Schreiben bedeutet für mich: Meinen Gedanken, Fantasien, Gefühlen, Wünschen und
Träumen einen Platz zuzuordnen. Und vielleicht findet sich unter meinen Lesern
jemand, der mitdenkt, mitfantasiert, mitfühlt und mitwünscht...
Warum schreiben Sie gerade für Kinder und Jugendliche?
Weil ich tief im Herzen ein großes Kind bin. Und man sagt doch: Gleich und gleich
gesinnt sich gern.
Wie wichtig ist Ihnen beim Schreiben der/die Adressat/in (der/die unbekannte
Leser/in)?
Da ich meine Leser nicht persönlich kenne, versuche ich mit meinen Texten aus
unbekannten Lesern mir bekannte Leser zu machen.
Gibt es Themen, die Sie nicht loslassen, die Sie schon öfters in Ihren Texten
angegangen sind?
Ich verspüre tiefes Mitgefühl für Menschen, die im Leben zu kurz kommen. Sei es aus
körperlichen oder anderen Gründen. In vielen meiner Bücher, die eher vergnüglich
sind, baue ich den einen oder anderen Text ein, der sich mit diesem Thema befasst.
Meinen Sie, dass Geschichten die Wirklichkeit beeinflussen und ändern können?
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, ein Buch verändert wohl nicht die Welt.
Allerdings bringen viele Schwalben schlussendlich den Sommer, somit könnten doch
viele Bücher auch ein wenig die Welt verändern.
Wie fühlen Sie sich, während Sie an einem neuen Buch arbeiten?
Zu Beginn fühle ich mich wie eine Katze, die um den heißen Brei schleicht. Ich
schleiche um den PC, fange an, höre auf, beginne wieder, suche, finde, glaube
gefunden zu habe, verwerfe, lösche und dann plötzlich: geht die Tipperei von
selbst. In meinem Kopf sehe ich die Figuren, sie zeigen mir wie es weitergeht und
ich schreibe nur noch nieder, was mir die Fantasie vorschlägt.
Welchen Stellenwert hat Humor für Sie?
Manche Menschen halten den Ruf der Nachtigall für das Schönste. Ich behaupte,
Kinderlachen ist tausendmal schöner. Und wenn es mir mit den Texten gelingt, dieses
Lachen hervorzurufen, "pfeife" ich auf die Nachtigall.
Wären Sie nicht Autor, welcher Beruf wäre für Sie vorstellbar?
Als Schauspieler auf der Bühne zu stehen, das würde mich schon sehr reizen.