Interview
Was bedeutet für Sie LESEN?
Etwas über die Welt erfahren.
Was bedeutet für Sie SCHREIBEN?
Meine Gedanken, Gefühle und Erfahrungen in eine verständliche Form zu bringen
Warum schreiben Sie gerade für Kinder und Jugendliche?
Weil sie neugieriger sind als die meisten Erwachsenen.
Wie wichtig ist Ihnen beim Schreiben der/die Adressat/in (der/die unbekannte
Leser/in)?
Sehr. Ich erzähle Geschichten beim Lesen, beim Singen, beim Schreiben. Welchen Sinn
hätten Geschichten, die niemand versteht? Vieles, das mich beeinflusst hat, wurde
lange Zeit mündlich weitergegeben, von den Sprechstellern der Antike, von
Folksängern, von arabischen Hakawati... Dementsprechend wichtig ist es, den Vortrag
von Geschichten, Gedichten, Liedern dem Ort und dem Publikum anzupassen.
Gibt es Themen, die Sie nicht loslassen, die Sie schon öfters in Ihren Texten
angegangen sind?
• Wie prägt eine Sprache unsere Sicht der Welt? • Warum gibt es Menschen, denen
Lernen keinen Spaß macht? • Wie ist das Verhältnis zwischen "Leitkulturen" und
Außenseitern?
Meinen Sie, dass Geschichten die Wirklichkeit beeinflussen und ändern können?
Ja.
Wie fühlen Sie sich, wenn Sie an einem neuen Buch arbeiten?
Es gibt mehrere Phasen: 1. Begeisterung über erste ideen und Formulierungen 2.
Skepsis, ob das alles zusammenpasst. 3. Konzentration beim Recherchieren und
Schreiben; Freunde, wenn etwas gelingt; Ärger, wenn ich nach der dritten Fassung
eines Teiles noch immer unzufrieden bin. 4. Strenges Ausschalten aller Gefühle beim
Lektorieren der eigenen Arbeit. 5. Beim Überprüfen des gesamten Textes: a.
Zufriedenheit, wenn das (und mehr) vermittelt wird, was ich in 1. geplant habe. b.
Oder Bedenken, weil das nicht der Fall ist und Rüclkkehr zu Punkt 2.
Welchen Stellenwert hat Humor fürSie?
Er sichert das Überleben.
Wären Sie nicht Autor, welcher Beruf wäre für Sie vorstellbar?
Musiker, Reiseführer, Ethnologe, Erwachsenenbildner, Programmierer, Linguist.