Elisabeth Etz

 

Lebenslauf

Geboren 1979 in Wien
Studium der Germanistik in Wien und Berlin
mehrere Aufenthalte in der Türkei

2004 Dixi Kinder- und Jugendliteraturpreis

2008 'Vorurteile, oder was? (Jugendbuch) -
Aufnahme in die Kollektion des Österreichischen Kinder- und
Jugendbuchpreises 09

2009 'Wenn man jemanden liebt' (Bilderbuch)

unterrichtet Deutsch als Zweitsprache für Migrantinnen, schreibt und veröffentlicht Kurzgeschichten,
Bilderbücher und Romane

Honorare

150,- Euro pro Leseeinheit
Fahrt- und Übernachtungsspesen

Für längere Projekte Honorar nach Vereinbarung

Interview

Was bedeutet für Sie LESEN?

Im besten Fall: in eine andere Welt eintauchen und eine andere Realität für einen Moment zur eigenen machen. Das passiert mir aber nur bei sehr wenigen Büchern. Nachdem in meinem Studium Lesen oft mit 'müssen' verbunden war, bin ich heute froh über die Freiheit, auch einmal für längere Zeit gar nichts zu lesen.

Was bedeutet für Sie SCHREIBEN?

Ich schreibe gerne. Nachdem ich aber den Großteil der anderen Dinge in meinem Leben auch sehr gerne tue, muss ich mir oft selber gut zureden, mich an den Schreibtisch zu setzen und zu schreiben.

Warum schreiben Sie gerade für Kinder und Jugendliche?

Kinder- und Jugendbuchautor/innen werden das ständig gefragt - hingegen habe ich noch nie die Frage gehört 'Warum schreiben Sie gerade für Erwachsene?' Mir erscheint es viel naheliegender, für Kinder- und Jugendliche zu schreiben - in diesem Lebensabschnitt passiert alles das erste Mal, die Welt muss erst erfahren werden, die Kleinigkeiten haben noch ihren Zauber. Das kann schön oder schrecklich sein, aber auf alle Fälle intensiv.

Wie wichtig ist Ihnen beim Schreiben der/die Adressat/in (der/die unbekannte Leser/in)?

Beim Schreiben selbst denke ich nicht an die Adressat/innen, da gehe ich ganz stark von meinen eigenen Vorstellungen und Gefühlen aus. Sobald ein Text aber fertig ist, sind mir die Reaktionen der Schüler/innen unheimlich wichtig und es freut mich, dass bis jetzt so viele positive Rückmeldungen kamen.

Gibt es Themen, die Sie nicht loslassen, die Sie schon öfters in Ihren Texten angegangen sind?

Ein wichtiges Thema ist sicher die Suche nach Identität abseits von vorgeschriebenen Regeln und Normen. Die Frage 'Will ich so sein wie ihr mich haben wollt?' beschäftigt Jugendliche ja ständig. Anders-Sein und Nicht-Dazugehören sind auch Teil dieser Frage. Ich schreibe sicher viel über "Außenseiter", wobei mir das Wort nicht so gefällt - ich möchte nicht über Menschen schreiben, die abseits stehen aber dazugehören wollen, sondern über Kinder- und Jugendliche, die aus ihrem Anders-Sein unheimlich viel Stärke beziehen und ihren eigenen Weg finden.

Meinen Sie dass Geschichten die Wirklichkeit beeinflussen und ändern können?

Wenn wir ängstlich sind und eine Geschichte lesen, die uns auch nur für einen Moment mutig macht - wenn wir grantig sind und eine Geschichte lesen, die uns kurz zum Lachen bringt - wenn wir etwas suchen und es auch nur für wenige Minuten in einer Geschichte finden - dann verändert sich ein Teil unserer Wirklichkeiten für kurze Zeit. Das hält zwar nicht an, aber es hält uns auch nichts davon ab, weitere Geschichten zu lesen.

Wie fühlen Sie sich, während Sie an einem neuen Buch arbeiten?

Bei der ersten Version meistens aufgeregt und glücklich, denn da machen die Figuren meist alles von selber. Wenn es ans Überarbeiten geht, eher genervt, denn da muss ich den Figuren sagen, was sie machen sollen, und sie halten sich leider nicht immer dran.

Welchen Stellenwert hat Humor für Sie?

Ich kann Geschichten über traurige Themen schreiben, aber ich kann keine traurigen Geschichten schreiben. Ich selbst muss beim Schreiben lachen können - und es freut mich, wenn Kinder und Jugendliche dieselben Stellen lustig finden.

Wären Sie nicht Autorin, welcher Beruf wäre für Sie vorstellbar?

Derzeit unterrichte ich Deutsch als Zweitsprache für Migrantinnen und kann mir das auch noch längere Zeit vorstellen. Alles was mit Menschen zu tun hat und wo Sprache eine Rolle spielt.

Leseprobe

Werkliste

Kurzgeschichten in diversen Zeitschriften und Anthologien

u.a. JÖ, Kinder-Rampe des Stifter-Hauses Linz, 'Einfach so' - Texte für junge Leute, etc.)