Interview
Was bedeutet für Sie LESEN?
Lesen ist
für mich Eintauchen in eine andere Welt. Lesen ist für mich aber auch Lernen.
Was bedeutet für Sie SCHREIBEN?
Wenn ich schreibe, bin ich nicht existent. Das heißt, ich klicke mich voll und ganz
aus meinem Leben aus und tauche in das Leben der Figuren ein. Es kommt schon
mal vor, dass ich laut auflache oder auch weine beim Schreiben. Schreiben ist für
mich "der Seele Nahrung geben".
Warum schreiben Sie gerade für Kinder und Jugendliche?
Weil die Thematik von Jugendlichen mich anspricht.
Wie wichtig ist Ihnen beim Schreiben der/die Adressat/in (der/die
unbekannte Leser/in)?
Sehr wichtig. Bücher werden geschrieben, um
gelesen zu werden. Jedoch sind die Geschmäcker bunt und nicht jedes Buch
trifft den Nerv jeden Lesers. Das Buch "Waldwichtel Kampoligurr sucht Antworten"
trifft das breite Publikum. Sterben ist ein Thema, das jeden anspricht.
Gibt es Themen, die sie nicht loslassen, die sie schon öfter angegangen
sind?
Sehr oft schreibe ich über Themen, die es in sich haben. Wie:
Gewalt in der Familie und im Umfeld. Oder Alkoholismus, Menschenwürde und
Ausbeutung am Arbeitsplatz, Vereinsamung im Alter.
Meinen Sie, dass Geschichten beeinflussen und ändern können?
Unbedingt. Warum sonst rasten Jugendliche wohl aus,, wenn Sie sich mit ihrem Held
identifizieren. Ich weiß von einer Mutter, die las einen Roman, in dem ein Junge
Erich hieß. Sie hat ihren ersten Sohn Erich getauft.
Wie fühlen Sie sich, wenn Sie an einem Buch schreiben?
Voller Elan und Einfälle am Anfang. Doch bald weicht der Elan oft zäher Mühe.
Schreiben ist für mich Schwerarbeit. Besonders, wenn ich etwas Lustiges schreibe.
Sei es eine Kurzgeschichte oder auch die Familiengeschichte "Blattläuse haben es
bedeutend leichter." Sie liest sich sehr einfach und leicht. Gerade deshalb war es
sehr schwer, sie zu schreiben.
Welchen Stellenwert hat Humor für Sie?
Einen sehr großen. Zum
Glück bin ich inzwischen in einem Alter, wo ich noch Humor verspüre, was mich vor
zehn oder zwanzig Jahren vielleicht geärgert hätte.
Wären Sie nicht Autorin, welcher Beruf wäre für Sie
vorstellbar?
Ich schreibe ja nicht hauptberuflich., muss mir die
Zeit zum Schreiben also irgendwo anders "stehlen". Aber Gärtnerin oder Floristin
wäre schön.