Michaela Holzinger

Moos 4
4655 Vorchdorf
t: +43 (0)7614 / 51851
m: +43 (0)664 / 4433783
holzinger.michaela@gmx.net
www.michaela-holzinger.at
 

Lebenslauf

  •          Geboren 1978
  •          auf einem Bauernhof in OÖ aufgewachsen
  •          Ausbildung zur Sozialpädagogin
  •          arbeitete einige Jahre in einem Sozialverein
  •          widmet sich seit der Geburt ihrer Kinder dem Schreiben
  •         wurde mehrfach ausgezeichnet
  •         lebt mit ihrer Familie im Salzkammergut und schreibt für alle Altersstufen

Auszeichnungen:

  • Jugendliteraturpreis der deutschen Landwirtschaft 2009 (2. Platz)
  • Dixi-Kinderliteraturpreis 2011
  • Aufnahme in die Kollektion zum Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2013
  • LESERstimmenpreis 2013 - Der Preis der jungen LeserInnen
  • Mira Lobe Stipendium 2013/2015
  • Teilnahme am Children Literature Hay Festival in Aarhus, Dänemark 2017 

Honorar

200 € pro Leseeinheit

Schreibwerkstatt auf Anfrage

Fahrt- und Übernachtungskosten

Interview

Was bedeutet für Sie Lesen?

Lesen ist für mich - wie das wohlbekannte Sprichwort sagt - Abenteuer im Kopf.

Was bedeutet für Sie Schreiben?

Um auf das obige Sprichwort zurückzukommen, könnte man hierzu sagen: Schreiben ist Freiheit im Kopf. Während ich als Leserin einer Geschichte bloß folge, gebe ich als Autorin selbst die Richtung vor. Das ist bei weitem spannender als Lesen, und Lesen ist schon sehr spannend.

Warum schreiben Sie gerade für Kinder und Jugendliche?

Meiner Meinung nach haben Kinder und Jugendliche den besseren Blick auf die Welt. Hinzu kommt, dass Kinder- und Jugendbücher in vielerlei Hinsicht unterhaltsamer sind als Bücher für Erwachsene.

Wie wichtig ist Ihnen beim Schreiben der/die Adressat/in (der/die unbekannte Leser/in)?

Im Anfangsstadium gar nicht. Da steht die Geschichte im Mittelpunkt, vor allem die Hauptfigur, die etwas zu erzählen hat. Erst später, wenn der Rahmen steht, überlege ich, wen ich mit dieser Geschichte ansprechen möchte. Das Lesealter spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Gibt es Themen, die Sie nicht loslassen, die sie schon öfters in Ihren Texten angegangen sind?

Nicht direkt, aber Schreiben ist eine persönliche Sache. Da vermischt sich bestimmt vieles.

Meinen Sie, dass Geschichten die Wirklichkeit beeinflussen und ändern können?

Ich glaube an die Macht der Worte. Deshalb glaube ich auch, dass Geschichten die Wirklichkeit beeinflussen. Wenn nicht bewusst, dann garantiert unbewusst.

Wie fühlen Sie sich, wenn Sie an einem neuen Buch arbeiten?

Das kommt auf die Geschichte bzw. auf die Hauptfigur an. Ist es eine lustige Figur, habe ich von Anfang an großen Spaß an der Sache. Durchlebt meine Figur in der Geschichte hingegen eine schwere Zeit, beeinflusst dies auch meine Gemütslage. Das eigentliche Hochgefühl kommt also erst, wenn ich mit der Geschichte fertig bin. Da habe ich alle Höhen und Tiefen mit meiner Figur durchgemacht und sie am Ende "in den sicheren Hafen" manövriert. Das Gefühl zu wissen, dass sich meine Figur in der Geschichte weiterentwickelt hat - ein Stück weit lebendig geworden ist - ist ein wunderbares Gefühl.

Welchen Stellenwert hat Humor für Sie?

Es gibt nichts Besseres, als beim Lesen/Schreiben lauthals loslachen zu können. Wenn dies passiert, weiß man, dass die Geschichte funktioniert.

Wären Sie nicht Autorin, welcher Beruf wäre für Sie vorstellbar?

Wäre ich nicht Autorin, würde ich gern Illustratorin sein. Leider kann ich überhaupt nicht zeichnen. Ich habe zwar hunderttausend Illustrationsideen im Kopf, dummerweise wollen aber Stift und Pinsel sie nicht auf Papier bringen. Ich bin also sehr froh, dass es eine Tastatur gibt.

Leseprobe

Aus Funkensommer, Verlag Geistesleben 2012:

http://www.geistesleben.de/buecher/9783772526213/funkensommer

Es lebte einmal in einem Zoo ein alter Esel. Er hieß Muckel und hatte wohl
die größten Ohren weit und breit, denn ein jeder, der in den Zoo kam, blieb stehen und rief: "So riesige Ohren hab ich in meinem Leben noch nicht gesehen!"
Und dann kraulten sie Muckel das Fell, während der alte Esel mit sich und der Welt zufrieden war. Naja, meistens jedenfalls. Denn obwohl Muckel so große Ohren hatte, hörte er seit einiger Zeit furchtbar schlecht.
Die anderen Esel lachten ihn schon deswegen aus, weil er immer nur Blödsinn verstand.
Wenn sie sagten: "Guten Morgen, Muckel!", dann brummte er: "Ich hab keinen Buckel!"
Wenn sie riefen: "Zeit zum Mittagessen", hörte er: "Wir haben alles aufgegessen!"

Selbst den Kindern, die ihn besuchen kamen, erging es nicht besser.
"Komm Muckel, wir haben eine Karotte!", lockten sie ihn.
"Ich hab keine Marotte", schniefte der alte Esel beleidigt und rührte sich keinen Millimeter.
So wurde Muckel immer trauriger und niemand wusste warum.
Eines Tages jedoch trug es sich zu, dass Beatrix, der flotte Floh des Weges kam …

Aus: Geschichten von großen und kleinen Tieren, Obelisk Verlag 2015,
       "Muckel und der Floh im Ohr"