Ruth Anne Byrne

 

Lebenslauf

Ruth Anne Byrne kam 1975 in Innsbruck zur Welt und studierte Ökologie und Meeresbiologie
in Wien.

Später unterrichtete sie an der Bermuda Biological Station und der Millersville University, Pennsylvania.

2006 kehrte sie mit dem Wunsch nach eigener Familie nach Wien zurück.

Dort fand sie ihren Platz an der MedUni Wien und betrieb an der Abteilung für Rheumatologie
Forschung an humanen Zellen.

Der Startschuss zum Schreiben war spätberufen. In den letzten Jahren besuchte sie diverse Seminare, um das Handwerk des Schreibens zu erlernen.

Daraus wurde ein Hobby, das irgendwann überhandgenommen hat.

PREISE:

• Kunstreigen - 1. Platz mit 'Das Tier in mir', Wien, 31. Mai 2017

• Kunstreigen - 1. Platz mit 'Voran, Schwestern', Wien, 25. Mai 2019

• Schreibzeit - mit 'Verbena. Hexenflucht', Wien, 10. Februar 2020

Honorare

€ 200,- für eine Lesung,

ab 2 Lesungen/ Tag € 175,- pro Lesung

+ Fahrtspesen (Kilometergeld, falls nicht in Wien)
   und eventuelle Übernachtung

Interview

Was bedeutet für Sie LESEN?

Um die alte Werbung zu zitieren: "Lesen ist Abenteuer im Kopf!" Für mich bedeutet es, in fremde Welten einzutauchen, sich eine Auszeit von der Realität zu nehmen, Dinge zu erleben, die einem selbst nie passieren würden (was vielleicht auch ganz gut so ist …), aber auch Wissensdurst zu stillen und Neues zu lernen.


Was bedeutet für Sie SCHREIBEN?

Es gibt viele Autoren, die "schon immer" geschrieben haben. Das war bei mir nicht so.
"Immer schon" habe ich Geschichten erfunden, bzw. erlebt. Der Punkt sie aufzuschreiben,
kam erst, nachdem ich mein Vagabundendasein als Meeresbiologin an den Nagel gehängt habe
und in Wien mit Familie sesshaft wurde. Inzwischen ist Schreiben für mich reisen im Kopf.


Warum schreiben sie gerade für Kinder und Jugendliche?

Die ersten Geschichten, die ich zu Papier gebracht habe, waren Gute-Nacht-Geschichten,
die ich meiner Tochter erzählt habe. Dieses kleine Projekt hat eine wahre Lawine an anderen Ideen
für Kinder- & Jugendbuch-Texte losgetreten. Warum ich für diese Zielgruppe schreibe,
kann ich nicht genau beantworten … vielleicht bin ich jung geblieben.


Wie wichtig ist Ihnen beim Schreiben der Adressat?

In meiner Umgebung gibt es viele Kinder und es bereitet mir viel Freude, ihnen meine Texte vorzulesen. Kinder sind harte Kritiker, denn man weiß sehr schnell, ob man sie mit der vorgelesenen Geschichte fesseln kann. Ich genieße die Momente aber sehr, in denen die Aufmerksamkeit im Raum nur so prickelt.


Gibt es Themen, die Sie nicht loslassen, die sie schon öfters in Ihren Texten angegangen sind?

Jede Menge! Für ein Buchprojekt suche ich mir allerdings immer ein Thema aus, das mir am Herzen liegt, welches ich dann auch bei einer Lesung mit den Zuhörern interaktiv erarbeite.
Wichtig z.B. ist mir als Biologin Wissenswertes aus der Biologie und Naturnähe zu vermitteln.
Aber auch politische Themen wie Integration oder Radikalisierung in der Gesellschaft werden in meinen Texten aus unterschiedlichen Richtungen beleuchtet.


Meinen Sie, dass Geschichten die Wirklichkeit beeinflussen und ändern können?

Ja, denn es heißt ja, dass Menschen, die viel lesen, freigeistiger und offener Neuem gegenüber sind. Dementsprechend glaube ich schon, dass Ideen, die in Geschichten vorkommen, von ihren Lesern in der Realität umgesetzt werden können.


Welchen Stellenwert hat Humor für Sie?

Humorvoll zu schreiben, ist eine hohe Kunst. Es kommt aber hin und wieder vor,
dass die Lacher auf meiner Seite sind.


Wären Sie nicht Autorin, welcher Beruf wäre für Sie vorstellbar?

Ich komme aus der Forschung und die Wissenschaftlerin in mir wird es wohl immer geben.

Leseproben

LESEPROBE 1:

Alraune warf einen gehetzten Blick aus dem offenen Fenster. »Das ist alles nicht mehr so einfach wie früher …«, murmelte sie.

So hatte ich sie noch nie erlebt. Wenn Alraune etwas nicht war, dann ängstlich.
Es war inzwischen dunkel geworden. Eine Frühlingsbrise wehte herein. Die Kerze am Tisch flackerte.
Ich rieb die Arme, um keine Gänsehaut zu bekommen. »Wie meinst du das?«
»Ich weiß nicht … Wicke sagt, wir sollten vorsichtig sein. Das macht mich nervös.«
»Wegen der Kreuzdorner Hexe?«
Alraune nickte. Sie trat zum Fenster und klappte die Läden zu.
Das war übertrieben. »Wir sind Heilerinnen, keine Hexen. Die Leute brauchen uns!«
»Natürlich brauchen sie uns. Aber sie verstehen nicht immer, wie wir ihnen helfen. Da sieht schnell einmal etwas nach einem Wunder aus.«
Ich griff nach einem meiner verfilzten Zöpfe, drehte ihn zwischen den Fingern und warf ihn hinter die Schulter. »Trotzdem, wir tun nichts Übersinnliches! «
Alraune räusperte sich. »Naja … manchmal sind die Grenzen fließend.«
Sie machte eine Pause. »Es gibt da etwas, was ich dir schon längst hätte sagen müssen.«

(aus: Verbena. Hexenjagd, Band 1 der Verbena-Trilogie, Fabulus Verlag, Fellbach, 2020,  Anfang des ersten Kapitels)

ONLINE-LESUNG unter:

https://www.youtube.com/watch?v=M719E4sKjhc&t=14s

LESEPROBE 2:

Im Wald wimmelt es nur so von riesigen Wesen. Wenn man alle Ameisen des Stamms aufeinanderstapelt, wäre der Turm vielleicht gleich hoch wie eines dieser Geschöpfe. Agatha klettert auf den Baum neben dem Ameisenhaufen, um besser sehen zu können.
Anders als die Tiere des Waldes, gehen diese Wesen auf zwei Beinen. Sie sind laut, knicken Äste ab und trampeln alles platt.
In einiger Entfernung beginnt es zu knattern. Was machen die da?, wundert sich Agatha. Einer der Zweibeiner bearbeitet einen Baumstamm. Kurze Zeit später donnert der Baum zu Boden.
"Oh nein!" Agatha muss sofort Alarm schlagen! Sie stürmt zurück in den Bau. Ihr Hinterleib bebt vor Aufregung. Aus dem Saal hört sie die Stimme der Königin. Soll sie hineinplatzen? Was bleibt anderes übrig …
Sie läuft zwischen den Reihen nach vorne. Vor dem Thron bleibt sie stehen. Unzählige Blicke bohren sich in ihren Rücken. Die einzige, die sie nicht beachtet, ist die Königin. Unbeirrt setzt sie ihre Rede fort.
"Eure Majestät?", stammelt Agatha.
Die Königin lugt von ihrem Thron herunter. "Was fällt dir ein, mich zu unterbrechen?"
"Eure Majestät, im Wald sind riesige Wesen! Sie fällen Bäume!"
Die Königin sieht sie eindringlich an. "Zweibeiner?"
Agatha nickt.
"Von denen kommt nichts Gutes!", grollt die Königin, "Und jetzt, lass mich fortfahren. Husch!" Mit einer kleinen Bewegung ihrer Kralle scheucht sie Agatha davon und redet weiter, als ob nichts passiert wäre.
Agatha stellt sich zu ihren Schwestern. Sie schnaubt. Wie kann die Königin nur so verantwortungslos sein? Der Haufen ist in Gefahr! Warum schickt sie nicht wenigstens Wachen hinaus?

(aus: Voran, Schwestern!, CCU Verlag, Perchtoldsdorf, 2018, Teil des ersten Kapitels)

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Informationen zur Autorin: https://ruthannebyrne.at/