Dr. Monika Pelz

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1232 Wien
t: +43(0)1 / 6623609
monika.pelz@vienna.at
 

Honorare

€ 165,- pro Leseeinheit
Fahrt- und Übernachtungsspesen

Lebenslauf

Geboren in Wien
Studium der Philosophie, Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Verarbeitet ihre Erfahrungen als empirische Sozialforscherin in zahlreichen Kinder- und Jugendbüchern, die sich durch den Einsatz innovativer Stilmittel und das Ineinandergreifen von realistischen und phantastischen Elementen auszeichnen.

In ihren Büchern ist die Identitätssuche junger Menschen, die Auseinandersetzung mit Berufsproblemen und die Situation der Frau in der Gesellschaft ein besonderes Anliegen der Autorin.

In den letzten Jahren lag der Schwerpunkt bei Biographien und historischen Romanen.

1999 Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis
2000 Österreichischer Würdigungspreis für das Lebenswerk
2010 Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis

Interview

Leseprobe

"Ein Paradebeispiel für das Zusammenspiel von Bewusstem und Unbewusstem ist die 1796 entstandene Elegie Alexis und Dora, über die Schiller sagt:`Gewiss gehört sie unter das Schönste, was Sie gemacht haben.´

`Ach! unaufhaltsam strebet das Schiff mit jedem Momente
Durch die schäumende Flut weiter und weiter hinaus!
Lange Furchen hinter sich ziehend, worin die Delfine
Springend folgen, als flöh ihnen die Beute davon.´

Auf das Bild des ins Meer hinaus fahrenden, von Delfinen begleiteten Schiffs folgt eine Rückblende: Alexis, ein griechischer Kaufmann, ist eben dabei, zu einer Handelsfahrt in See zu stechen, und verabschiedet sich von seiner Nachbarin Dora. Sie gibt ihm einen Korb mit Früchten aus ihrem Garten mit auf die Reise. Und da - im Wunder eines Augenblicks - wird er sich seiner Liebe zu ihr bewusst. Auch sie liebt ihn. Überwältigt von ihren Gefühlen, küssen sie einander. Alexis kann sein Glück kaum fassen. `Dora, und bist du nicht mein?´ Dora erwiderte ihm:
`Ewig!´
Doch noch ehe das Schiff den Hafen verlassen hat, wird Alexis schon von heftiger Eifersucht gequält.

`Ja, ein Mädchen ist sie! und die sich geschwinde dem einen
Gibt, sie kehret sich auch schnell zu dem andern herum.´

Wild und verzweifelt ruft er Zeus an, das Schiff mit dem Blitz zu zerschmettern, seine Waren den tobenden Wellen, ihn selbst den Delfinen zum Raub zu geben, da glätten sich mit einem Mal die inneren Wogen und Alexis (oder der Autor) endet:

`Nun, ihr Musen, genug! Vergebens strebt ihr zu schildern,
wie sich Jammer und Glück wechseln in liebender Brust.
Heilen könnet ihr nicht die Wunden, die Amor geschlagen;
Aber Linderung kommt einzig, ihr Guten, von euch.´

Der jähe, unmotivierte Eifersuchtsanfall des Alexis trübt für Schiller die Schönheit des Gedichtes. Lieber hätte er Alexis´ `glückliche Trunkenheit´ für immer festgehalten. Goethe versucht, eine (wie immer unzulängliche) Erklärung zu geben, die er mit der Bemerkung schließt: `So viel zur Rechtfertigung des unerklärlichen Instinkts, durch welchen solche Dinge hervorgebracht werden.´(Johannes Brahms wird, was Goethe `solche Dinge´ nennt, zu einem rauschhaft schönen Lied vertonen und Schillers Wunsch ist im Grunde ja auch erfüllt: Alexis´ `glückliche Trunkenheit´ ist für immer festgehalten.)
Friedrich Schlegel schreibt über Alexis und Dora an seinen Bruder August Wilhelm:
`Wer so dichten kann, ist glücklich wie ein Gott.´"

(aus: Den Blick auf das Herz der Welt. Die Lebensgeschichte des Johann Wolfgang Goethe, Beltz & Gelberg, 2009, Weinheim, Basel, Seite 157 - 159)

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