Ruth Anne Byrne

 

Lebenslauf

Ruth Anne Byrne kam 1975 in Innsbruck zur Welt und studierte Ökologie und Meeresbiologie in Wien.

Später unterrichtete sie an der Bermuda Biological Station und der Millersville University, Pennsylvania.

2006 kehrte sie mit dem Wunsch nach eigener Familie nach Wien zurück.

Dort fand sie ihren Platz an der MedUni Wien und betrieb an der Abteilung für Rheumatologie
Forschung an humanen Zellen.

Der Startschuss zum Schreiben war spätberufen. In den letzten Jahren besuchte sie diverse Seminare, um das Handwerk des Schreibens zu erlernen.

Daraus wurde ein Hobby, das irgendwann überhandgenommen hat.

PREISE:

  • Kunstreigen - 1. Platz mit 'Das Tier in mir', Wien, 31. Mai 2017
  • Kunstreigen - 1. Platz mit 'Voran, Schwestern', Wien, 25. Mai 2019
  • Schreibzeit - mit 'Verbena. Hexenflucht', Wien, 10. Februar 2020
  • Schreiben unter Sternen - mit "Kalanimai' für die Kategorie "Kinder- & Jugendbuch", Aufenthaltsstipendium in Weyregg am Attersee, 23. 09 - 07. 10. 2021

VERÖFFENTLICHUNGEN:

  • Kapitän Grimmbart - Grusel der sieben Weltmeere, gemeinsam mit Sabi Kasper, Julia Wagner & Christine Auer, WortWeit Verlag, ISBN: 978-3-90332-614-9, 05. 09. 2022
  • Ungebremst, Tulipan Verlag, ISBN: 978-3-86429-541-6, 08. 02. 2022
  • Otto Oktopus spielt Verstecken, G&G Verlag, ISBN: 978-3707424256, 29. 06. 2021
  • Verbena. Hexenflucht, Fabulus Verlag, ISBN Print: 978-3944788999, 15. 06. 2021
  • Vergiss den Vampir, G&G Verlag, ISBN: 978-3707423655, 01. 2021
  • Verbena. Hexenjagd, Fabulus Verlag, ISBN Print: 978-3-944788-87-6 ISBN E-Book: 978-3-944788-88-3, 12. 03. 2020
  • Voran, Schwestern! CCU Verlag, ISBN: 978-3903166141, 28. 05. 2018

Nähere Informationen zu den Büchern finden Sie im Download unter den Leseproben.

Honorare

€ 200,- für eine Lesung,

ab 2 Lesungen/ Tag € 175,- pro Lesung

+ Fahrtspesen (Kilometergeld, falls nicht in Wien)
   und eventuelle Übernachtung

Interview

Was bedeutet für Sie LESEN?

Um die alte Werbung zu zitieren: "Lesen ist Abenteuer im Kopf!" Für mich bedeutet es, in fremde Welten einzutauchen, sich eine Auszeit von der Realität zu nehmen, Dinge zu erleben, die einem selbst nie passieren würden (was vielleicht auch ganz gut so ist …), aber auch Wissensdurst zu stillen und Neues zu lernen.


Was bedeutet für Sie SCHREIBEN?

Es gibt viele Autoren, die "schon immer" geschrieben haben. Das war bei mir nicht so.
"Immer schon" habe ich Geschichten erfunden, bzw. erlebt. Der Punkt sie aufzuschreiben,
kam erst, nachdem ich mein Vagabundendasein als Meeresbiologin an den Nagel gehängt habe
und in Wien mit Familie sesshaft wurde. Inzwischen ist Schreiben für mich reisen im Kopf.


Warum schreiben sie gerade für Kinder und Jugendliche?

Die ersten Geschichten, die ich zu Papier gebracht habe, waren Gute-Nacht-Geschichten,
die ich meiner Tochter erzählt habe. Dieses kleine Projekt hat eine wahre Lawine an anderen Ideen
für Kinder- & Jugendbuch-Texte losgetreten. Warum ich für diese Zielgruppe schreibe,
kann ich nicht genau beantworten … vielleicht bin ich jung geblieben.


Wie wichtig ist Ihnen beim Schreiben der Adressat?

In meiner Umgebung gibt es viele Kinder und es bereitet mir viel Freude, ihnen meine Texte vorzulesen. Kinder sind harte Kritiker, denn man weiß sehr schnell, ob man sie mit der vorgelesenen Geschichte fesseln kann. Ich genieße die Momente aber sehr, in denen die Aufmerksamkeit im Raum nur so prickelt.


Gibt es Themen, die Sie nicht loslassen, die sie schon öfters in Ihren Texten angegangen sind?

Jede Menge! Für ein Buchprojekt suche ich mir allerdings immer ein Thema aus, das mir am Herzen liegt, welches ich dann auch bei einer Lesung mit den Zuhörern interaktiv erarbeite.
Wichtig z.B. ist mir als Biologin Wissenswertes aus der Biologie und Naturnähe zu vermitteln.
Aber auch politische Themen wie Integration oder Radikalisierung in der Gesellschaft werden in meinen Texten aus unterschiedlichen Richtungen beleuchtet.


Meinen Sie, dass Geschichten die Wirklichkeit beeinflussen und ändern können?

Ja, denn es heißt ja, dass Menschen, die viel lesen, freigeistiger und offener Neuem gegenüber sind. Dementsprechend glaube ich schon, dass Ideen, die in Geschichten vorkommen, von ihren Lesern in der Realität umgesetzt werden können.


Welchen Stellenwert hat Humor für Sie?

Humorvoll zu schreiben, ist eine hohe Kunst. Es kommt aber hin und wieder vor,
dass die Lacher auf meiner Seite sind.


Wären Sie nicht Autorin, welcher Beruf wäre für Sie vorstellbar?

Ich komme aus der Forschung und die Wissenschaftlerin in mir wird es wohl immer geben.

Leseproben

LESEPROBE 1:

Grimmbart und der Grusel in der Kapitänskajüte

Kapitän Graham Grimmbart, Grusel der sieben Weltmeere, grunzt im Halbschlaf.
"Seid endlich leise da oben!"

Es ist die erste Nacht auf seinem schönen neuen Schiff. Aber er kann nicht schlafen.
Seit Stunden hört er die blöden Balken über seinem Kopf knarzen.

Gerädert setzt er sich auf und streicht seinen Vollbart glatt. Der ist mindestens genauso zerknittert, wie er sich selbst gerade fühlt. Dabei sollte er, der jüngste Piratenkapitän aller Zeiten, eine schlaflose Nacht doch problemlos wegstecken! Na ja, schlaflos wäre ja
in Ordnung, wenn da nicht das grauenhafte Geknarre wäre.

"Beim kahlen Klabautermann! Hört man hier jeden Schritt?" Grimmbart springt auf
und stürmt hinaus.

An Deck dreht und wendet er sich in alle Richtungen. Nur eine Sturmlampe erhellt die leeren Planken. Der Mond scheint durch Wolkenfetzen hindurch. Kein Knarzen! Nur sanfte Wellen,
die gegen den Bug der Callista schlagen. Wo sind sie alle, die trampelnden und johlenden Piraten, die er hier erwartet hat?

Auf der Treppe zur Brücke entdeckt er Holzbein-Henry und Severin Seebär. Aneinandergelehnt schnarchen sie um die Wette. Das Steuerrad ist auf Kurs festgebunden.

"Was fällt euch ein, ihr faulen Flundern! Schrubbt das Deck, dass es morgen nur so glänzt!"

Die beiden rappeln sich schleunigst auf.

Grimmbart dreht sich auf dem Absatz um und stapft zurück in seine Kajüte. Hier ist das Ächzen immer noch zu hören. Woher kommt es, wenn diese närrischen Nichtsnutze oben geschlafen haben?

[aus: Kapitän Grimmbart - Grusel der sieben Weltmeere,
gemeinsam mit Sabi Kasper, Julia Wagner & Christine Auer;
WortWeit Verlag (05.09.2022), ISBN: 978-3-90332-614-9]

LESEPROBE 2:

Nina kneift die Lippen aufeinander. Einfach geben wird sie Fabian ihr Mathebuch sicher nicht, aber …
Sie räuspert sich. »Na gut, wenn du es haben willst, musst du es dir verdienen!« Sie prellt den Basketball
auf den Boden. »Wenn du mehr Körbe triffst als ich, leihe ich es dir. Und ich mache es extra einfach für dich, wir spielen aus dem Stand. Jeder hat zehn Versuche.« Sie wirft ihm den Ball zu.

Fabian sieht sie ungläubig an. Er lässt seinen Blick über den Rollstuhl gleiten. Doch dann stellt er sich
neben sie. Sein erster Wurf geht durch das Netz.

»Anfängerglück«, sagt Nina.

Nun ist sie an der Reihe. Die gleiche Gänsehaut wie auf der Rampe vor der Schule heute früh zieht
wieder ihren Nacken entlang - wie jedes Mal, wenn Fabian sie anstarrt. Wird er das morgen allen erzählen? Der Ball geht daneben. Aber Fabians nächster Wurf auch.

Jetzt konzentriert Nina sich. Soll er doch schauen! In hohem Bogen fliegt der Ball auf den Korb zu.
»Treffer, yeah!«

Die meisten der nächsten Würfe auch. Fabian wirft zum letzten Mal. Schon wieder daneben.

»6 zu 3 für mich. Schaut schlecht aus für deine Fleißaufgabe.« Nina lehnt sich zurück.

Fabian bohrt seine Schuhspitze in den Boden. »Ich wusste nicht, dass das geht, wenn man … ich meine,
mit dem Ball und so …«, stammelt er.

Irritiert schüttelt Nina den Kopf. Da gehen noch ganz andere Sachen! Kurz beißt sie sich auf die Unterlippe, dann sagt sie: »Weißt du was, ich gebe dir noch eine Chance, wenn du mich im Armdrücken besiegst.«
Sie rollt zum Tisch, zieht die Bremsen an und bedeutet ihm, sich auf die andere Tischseite zu setzen.

Angewurzelt bleibt Fabian stehen. »Ernsthaft?« Dann macht er einen Schritt auf sie zu. »Was solls.
Das ist sicher schnell erledigt!«

Nina stellt den Ellenbogen auf den Tisch. »Das glaube ich auch!«

Die beiden haken ein. »Drei-zwei-eins, los!«

Sie schiebt leicht an. Fabian stemmt sofort mit voller Kraft dagegen. Er drückt ihren Arm fast gegen
die Tischplatte.

Kaum zu glauben! Hat sie ihn unterschätzt? Die mickrige Vogelscheuche? Nun gibt sie ihm richtig Konter.
Zu irgendetwas sollten die Klimmzüge und Übungen am Stufenbarren in der Therapie doch gut sein.

Kleine Schweißtröpfchen bilden sich auf seiner Stirn.

Nina hält den Druck aufrecht. Dann presst sie ruckartig noch etwas fester und schmettert Fabians Hand
auf den Tisch.

Er sieht sie mit großen Augen an. »Du machst mich fertig. Warum bist du so stark?«, schnauft er.

Sie zuckt mit den Schultern. Ein Grinsen huscht über ihr Gesicht. »Das ist ein Geheimnis der kleinen Leute. Komm, das Buch ist in meinem Zimmer.«

»Aber…«

»Ist doch klar, dass ich dir helfe«, zwinkert sie ihm zu und rollt ins Haus.

(aus "Ungebremst", Tulipan Verlag)

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Informationen zur Autorin: https://ruthannebyrne.at/